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Training hält Radler und Raubtiere fit

Training hält Radler und Raubtiere fit

Für Abwechslung und Spannung ist gesorgt auf der Radtour ins Grenzgebiet Baselland/Fricktal. Wer die Tiger und Löwen auf der „Sennweide“ in Olsberg besucht, kommt ganz schön ins Schwitzen.

„Wenn Sie in Olsberg einen gestreiften Hund frei herumlaufen sehen, rufen Sie mich sofort an“, scherzt Jürg Jenny. Der Raubtier-Dompteur hegt und pflegt auf der „Sennweide“ in der Gemeinde Olsberg Tiger, Löwen und Leoparden. Der idyllisch im Tal des Violenbachs gelegene Hof ist einer der Höhepunkte auf unserer Velotour ins Grenzgebiet Baselbiet/Fricktal. Mit der Aussicht auf eine Begegnung mit Tigern und Löwen im grosszügig angelegten Aussengehege, werden auch Kinder die Steigung von Arisdorf auf die Anhöhe (454 m.ü.M) locker schaffen.

Noch sind wir aber nicht soweit. Wir starten unsere Radtour auf dem Petersplatz in Basel. Auf dem ersten Streckenabschnitt hinunter zum Rheinsprung und über die Mittlere Brücke zwischen Autos, Tramschienen und Fussgängern ist volle Konzentration gefragt. Ein Kopfnicken der Zöllner am Zollübergang Grenzach-Wylen bedeutet für die Radlerinnen und Radler freie Fahrt. Auf dem ausgeschilderten Radweg Wylen – Augst – Rheinfelden nähern wir uns nach rund zehn Kilometern dem Kraftwerk Augst mit der Schleuse. Das Wehr ist tagsüber bis 21 Uhr für Fussgänger und Radlerinnen und Radler frei (mit gültigen Grenzpapieren) passierbar.

Die vielen Schaulustigen auf der Schleusenbrücke signalisieren uns schon von weitem, dass sich ein Schiff kurz vor oder bereits in der Schleuse befindet. Aber auch die Naturfreunde kommen im Schutzgebiet rund ums Kraftwerk und im Mündungsgebiet der Ergolz auf ihre Kosten. Nebst Enten, Haubentauchern und Blesshühnern erspähen wir mit etwas Glück auf der Kiesbank einen Flussregenpfeifer.

Wir folgen dem naturnahen Lauf der Ergolz, überschattet von Bäumen und begleitet vom Rauschen des Wassers. Es braucht schon Sperberaugen, um das versteckte Fussgängerbrücklein nach knapp zwei Kilometern flussaufwärts über die Ergolz nicht zu verpassen. Hier heisst es ein kurzes Stück schieben und Luft holen für den folgenden kurzen Anstieg bis zur Hauptstrasse Augst – Giebenach – Arisdorf.

Der angekündigte Bergpreis beginnt ab Dorfmitte Arisdorf unmittelbar hinter dem Restaurant „Ochsen“. Auf den nächsten drei Kilometern überwinden wir rund 120 Höhenmeter zwischen Kirschbäumen, Wies- und Ackerland, Weiden und Gehöften fernab vom Verkehr. Auf der Höhe entschädigt der fantastische Ausblick in den Schwarzwald und bei guter Fernsicht bis in die Vogesen für alle Mühen.

Nun ist es nur noch ein Raubkatzen-Sprung – im wahrsten Sinne des Wortes – bis zur „Sennweide“. Ein orange-schwarz-gestreifter Tiger weist die Richtung. Im grosszügigen Aussengehege tollen die prachtvollen Raubtiere spielerisch herum oder spiegeln sich majestätisch im Weiher. Die eigentliche Attraktion aber ist das sonntägliche Training. Zwischen 11 und 12 Uhr sind Besucherinnen und Besucher eingeladen, Jürg Jenny bei der Arbeit mit den Tieren zuzuschauen – ein eindrückliches Erlebnis mit viel Information und einer Prise Exotik.

Wer noch genügend Kräfte frei machen kann, fährt mit dem Rad über Olsberg, Augst, Pratteln, Muttenz zurück in die Stadt. Eine bequemere Variante ist die Fahrt über den „Dornhof“ nach Magden und auf dem Radweg nach Rheinfelden, wo halbstündlich ein Zug nach Basel fährt.

Doris Fischer

 

Route

Basel - Grenzach-Wylen - Augst - Giebenach - Arisdorf - Sennweide (Olsberg) - Dornhof - Magden - Rheinfelden
ca. 30 Kilometer, 150 Höhenmeter, zum Grossteil ausgeschilderte Rad-Route.

Training hält Radler und Raubtiere fit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Doris Fischer