|
Velofahren
vorbei an blühenden Mimosen- und Mandelbäumen, vorbei an Obst- und
Weinkulturen, vorbei an Oliven- und Eichenhaien, vorbei an Tümpeln
und Teichen, Ried, Moor und Salinen, vorbei an kleinen
Bauernbetrieben und imposanten Ferienhäusern, entlang der
Meeresküste, über kleine Pässe, durch enge Schluchten und Täler.
Dies ist ein ganz besonderes Erlebnis, das Toni und ich dieses
Frühjahr bereits zum zweiten Mal erleben durften.
Warum sollen
wir nicht einmal mit dem Velo durch jene Gegend fahren, die wir
sonst nur durch die Autoscheibe hindurch oder vom Baden im Meer
kennen? Das fragten wir uns und meldeten uns auf eine Einladung von
Vertretern des FFCT (Französischer Veloclub) für einen „séjour
cyclotouriste“ in Hyères an der Côte d’ Azur an. Für die Unterkunft
waren Zimmer in einem Hotel direkt am Meer zu einem günstigen Preis
reserviert. Inbegriffen waren dabei auch das Picknick, das
Nachtessen und die Getränke. Für jeden Tag legte die Tourenleitung
den Velofreaks zwei Velotourenangebote zwischen 80 und 140
Kilometern mit unterschiedlichen Höhendifferenzen vor. Es stand
jedem frei, an den Touren teilzunehmen oder sich anderen
Freizeitbeschäftigungen, wie zum Beispiel dem Wandern, Fitness im
Schwimmbad, Sonnenbaden, Stadt- oder Marktbesuchen zuzuwenden. Da
bereits schon vor neun Uhr gestartet wurde, hatten die Teilnehmer
auch am Nachmittag noch genügend Zeit zur individuellen Gestaltung.
Zwei
ortskundige Betreuer begleiteten jede Velogruppe auf der Tour. Sie
achteten darauf, dass niemand verloren ging, und halfen, wenn nötig,
auch bei einer Panne. Jeder konnte sein eigenes Tempo einhalten. Da
alle eine gute Wegbeschreibung besassen, konnte der Weg auch
individuell gefahren werden. Am Mittag stand irgendwo im Schatten
ein Kleinbus, aus dem den Velofahrern aus beiden Gruppen ein
reichhaltiges Picknick samt Getränken (Wasser, Wein und Kaffee)
verteilt wurde. Über eine Notrufnummer konnte auch Hilfe oder der
Heimtransport des Velos angefordert werden.
Entlang der
Küste zwischen Toulon und Cavalaire gibt es einen gut
ausgeschilderten Veloweg. Dieser führt streckenweise über ein
stillgelegtes Bahngeleise und muss manchmal auch mit Autos aus dem
Quartier geteilt werden. Zwischen den malerischen Hügeln im
Hinterland sind die Strassen oft sehr schmal. Aber ausgenommen an
Sonn- und Feiertagen gibt es dort (jedenfalls noch im Frühjahr) sehr
wenig Autoverkehr. Die Landschaft ist einzigartig. Fast von jedem
Hügel aus konnte man die Küstenlandschaft bewundern. Oft führte der
Weg auch über Bergkreten. Betörend war der Duft der Mimosen, von
Rosmarin, Wachholder, Sellerie, Thymian, Salz und Fisch. Auf den
Feldern mit der - für diese Region typischen - roten Erde wurden
gerade Tulpen geschnitten. Überall gab es Pärke und Schlösser,
Weinkeller und Olivenölmühlen. Im Gegensatz dazu betonten Palmen,
Oleander und Zypressen neben den zahlreichen Schiffshäfen mit den
„millionenschweren“ Yachten wiederum die mediterrane Landschaft.
Jeweils im
Monat März werden vom FFCT vier solche Velowochen angeboten. Für die
Teilnahme ist eine Mitgliedschaft erforderlich.
Unterkunft
Das Hotel „Le
Plein Sud“ in Hyères-les-Palmiers liegt mit einem abgetrennten
Privatstrand in unmittelbarer Nähe des Meeres. Individuelle
Reservationen müssen mindestens sechs Monate vorher über die
Zentrale der Hotelkette „Vacances Bleues“ in Marseille vorgenommen
werden. Die Küche ist traditionell mediterran. Neben dem geheizten
Schwimmbad kann bei warmer Temperatur auch innerhalb der Lagune
gebadet werden. Für eine Woche mit Vollpension müssen im März pro
Person zirka 435 Franken bezahlt werden. Für die Teilnahme am „Séjour“
wird noch ein Zusatz für die verschiedenen Dienstleistungen
verrechnet.
Tourenpläne
Die
Teilnehmer am „Séjour“ erhalten diese überreicht. Auch das Hotel
hält für rund 20 Rundfahrten Tourenbeschreibungen bereit. Auf
Anfrage stellen Toni und ich unsere Unterlagen und Tourenpläne zur
Verfügung.
Anreise
Neben dem
Auto kann Hyères auch mit dem Zug erreicht werden. Eventuell wird
schon bald wieder eine Flugverbindung angeboten |