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Im
Fahrplan eine Stunde im Rückstand, verzichteten wir auf eine
Stadtbesichtigung von Meran. Im übrigen trafen wir überall sehr
freundliche Leute an. So bot uns in Bozen ein einheimischer Velofahrer
eine Stadtrundfahrt und erzählte uns dabei auch von den
geschichtlichen Begebenheiten des Südtirols.
Im
ersten Abschnitt unseres Weges durchquerte die Fahrroute Dörfer,
Felder und Auen. Ab Bozen führte ein ganz neu gebauter Weg auf dem
Damm entlang der Etsch bis Rovereto das Tal hinunter. Die Fahrt war
zwar ausgeglichener, aber eher ein bisschen langweilig.
Die
Flusslandschaft, immer noch umrahmt von Obst- und Rebplantagen, war
ansprechend. Doch alle kleinen Ortschaften sahen wir nur von weitem.
Wir zogen es auch diese Nacht wieder vor, in dem kleinen Gasthaus „Teutschhaus“
in Cortina, etwas nördlich von Trient, zu logieren.
Am
nächsten, dem dritten Tag lachte uns, trotz allen Unkenrufen, die
Sonne entgegen. Doch kaum waren wir einige hundert Meter vom Hotel
entfernt, merkte ich, dass ich meine Handtasche vor dem Hause vergessen
habe. Als ich gehetzt vor dem Hotel vorfuhr, lachten mir aus einem Auto
zwei Frauen entgegen.
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Sie wollten uns mit der Tasche nachfahren. Als
uns etwas später, knapp vor Trient, die ersten Regentropfen
aufschreckten, traten wir kräftiger in die Pedale und schauten den
Regenwolken zu entwischen. In Rovereto verliessen wir das Etschtal. Von
Mori aus führte ein separater Radweg - anfangs sanft und am Schluss
noch ganz giftig, vorbei an zauberhaften „Urgewässern“ über den
Passo San Giovanni an den Gardasee. Entlang des Sees gab es keinen
Fahrradweg mehr.
Da
es aber so viele Radfahrer auf der Strasse hatte, passten sich die
meisten Autofahrer der Situation an. In Castelletto, nach etwas über
100 Kilometern, waren wir froh, dass uns am Wegrand das schmucke kleine
Hotel „Veronesi“ zum Rasten einlud. In der Nacht gab es ein
heftiges Gewitter und es wurde recht kühl.
Doch
bereits am anderen Morgen, dem vierten Tag, lachte die Sonne wieder.
Vorerst fuhren wir weiter dem See entlang über Garda, Bardolino bis
nach Lazise. Dort überquerten wir erneut einen kleinen Hügel, um dann
wieder entlang der Etsch Verona zu erreichen. Die
Einfahrt auf den grossen Platz zum Amphitheater vermittelte uns ein
tolles Gefühl und wir kosteten die südliche Atmosphäre der
historischen Stadt.
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In der Innerstadt mussten wir leider die
Erfahrung machen, dass selbst Velofahrer, die ihr Rad stossen, nicht
geduldet werden. Aber was soll’s, als die Polizei weg war, suchten
wir trotz allem mit den Rädern den Balkon der Julia. Nach einem
Abschnitt auf der Hauptstrasse mit „mörderischem“ Verkehr,
suchten wir in der Folge wieder ruhigere Strassen durch die Dörfer
der weiten Ebene. Doch hier war kein Gasthaus anzutreffen. Ein
einziges fanden wir in Lonigo, hoch oben auf dem Hügel.
Schwitzend
und schnaufend erkundigten wir uns im Albergo „Alle Acque“ nach
einem freien Bett.
Die
Stadt Vicenza liessen wir am Morgen des fünften Tages aus. Wir
machten dafür eine Kurve durch Abano und beim Antonius in Padua
liess ich meine fünf „Glücksbatzen“ in den Opferstock
gleiten.
Da
wir nach unserer Planung einen Tag zu früh in der Gegend waren -
die Hotelbetten in Venedig waren erst auf den Donnerstag reserviert
- beschlossen wir eine kleine Zusatzschlaufe über Chioggia und die
südlichen Lagunen-Inseln. Es war zwar nicht so einfach, dem
Autoverkehr auszuweichen, doch fanden wir - neben Strassen mit
weniger Verkehr - immer wieder ausgeschilderte Velowege.
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